Frauen und Politik

Frauen sind in der Politik deutlich unterrepräsentiert, vor allem angesichts der Tatsache, dass sie mehr als die Hälfte der Bevölkerung Deutschlands stellen. Die Zahlen sind sogar rückläufig: Im Bundestag beträgt der Anteil der weiblichen Abgeordneten zur Zeit 32,9 % (Stand Dezember 2012), damit stagniert er seit mehr als zehn Jahren.

Im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW beträgt der Gesamtanteil der weiblichen Abgeordneten des Landtages zur Zeit 29,54. Damit ist der Anteil wieder gestiegen, nachdem er in den vorherigen Wahlperioden kontinuierlich gefallen war. Er betrug in der 15. Wahlperiode 27,07 Prozent, zum Ende der 14. Wahlperiode 31,02 Prozent und zur 13. Wahlperiode noch 32,47 Prozent. In absoluten Zahlen bedeutet das, dass von 237 Landtagsabgeordneten nur 70 weiblich sind.

Frauenanteil in den politischen Gremien des Kreises Wesel

Im Kreis Wesel sieht es sogar noch schlechter aus: Von 66 Kreistagsmitgliedern sind nur 18 Frauen (27 %) und in den Räten der kreisangehörigen Kommunen schwankt der Frauenanteil zwischen 14 und 32 %.

Frauenquoten in den Stadt-/Gemeinderäten im Kreis Wesel

 

 

 

         

 

 

Frauen

Männer

Gesamt

 

Kommune

Anzahl

Prozent

Anzahl

Prozent

 

 

Alpen

7

23%

24

77%

31

 

Dinslaken

9

16%

47

84%

56

 

Hamminkeln

10

26%

28

74%

38

 

Hünxe

9

28%

23

72%

32

 

Kamp-Lintfort

8

18%

36

82%

44

 

Moers

18

32%

39

68%

57

 

Neukirchen-Vluyn

5

14%

32

86%

37

 

Rheinberg

 

32%

 

68%

 

 

Schermbeck

7

22%

25

78%

32

 

Voerde

 7

17%

 35

83%

 42

 

Wesel

11

22%

39

78%

50

 

Xanten

5

16%

27

84%

32

 

Kreis Wesel

18

27%

48

73%

66

 

 

         

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir Gleichstellungsbeauftragten sehen unsere Aufgabe darin, den Frauen Mut zu machen, sich an der Politik in ihren Kommunen zu beteiligen. Gerade vor Ort, in den Kommunen, werden Entscheidungen getroffen, die den Alltag derjenigen betreffen, die Familie und Berufstätigkeit vereinbaren müssen und da sind Frauen die Spezialistinnen, die sich mit ihren Erfahrungen und Vorstellungen einbringen sollten: Welche Kinderbetreuungsangebote werden gebraucht? Sind genügend Spielplätze vorhanden? Fehlen Beratungsangebote? Für welche Vorhaben und Maßnahmen sollen die kommunalen Haushaltsmittel ausgegeben werden?

Wenn Sie sich politisch engagieren wollen, und sich fragen, wie und wo Sie aktiv werden können, können Sie sich an Ihre kommunale Gleichstellungsbeauftragte wenden oder an die politischen Frauenverbände vor Ort, die Sie den Frauenhandbüchern entnehmen können.

Politische Partizipation von Frauen in Deutschland

Auszug aus dem 1. Datenreport zur Gleichstellung von Frauen und Männern in der Bundesrepublik Deutschland:

  • Seit den 80er-Jahren nimmt die Zahl von Frauen in Spitzenpositionen von Politik und Parteien zu. Dies gilt inzwischen für Ministerämter, den Parteivorsitz bzw. die Parteivorstände und die Abgeordnetenmandate. Gleichstellung ist zwar auch hier noch nicht erreicht, doch ein Vergleich mit dem Zugang von Frauen zu Spitzenpositionen in der Wirtschaft zeigt, dass die Chancengleichheit im politischen System relativ weit vorangeschritten ist.
  • Der durchschnittliche Frauenanteil in den Länderparlamenten, im Bundestag und bei den deutschen Abgeordneten des Europäischen Parlaments beträgt jeweils etwas über 30 Prozent. Damit liegt die politische Beteiligung von Frauen in Deutschland über dem europäischen Durchschnitt.
  • Nach ihrem Interesse an Politik befragt, äußern sich Frauen zurückhaltender als Männer. Auch ein politisches Amt ziehen sie für sich seltener in Erwägung als Männer.
  • Die politischen Interessen von Frauen beziehen sich stärker als die der Männer auf soziale Gerechtigkeit, Bildung und Umwelt, die der Männer stärker auf Wirtschafts- sowie Außen- und Sicherheitspolitik.
  • Frauen sind auch am bürgerschaftlichen Engagement seltener als Männer beteiligt. Zu den freiwillig Engagierten werden 2004 32 Prozent der Frauen und 39 Prozent der Männer gerechnet. Nur knapp 10 Prozent der türkischstämmigen Bevölkerungsgruppe haben Teil an bürgerschaftlichem Engagement. Bei den Türkinnen trifft dies sogar nur auf 7 Prozent zu.
  • Frauen haben ihren Anteil am freiwilligen Engagement seit 1999 gesteigert, während der Prozentsatz des freiwilligen Engagements von Männern in diesem Zeitraum stagnierte.
  • Ursachen für die größere Distanz von Frauen gegenüber Politik und Ehrenamt sind einerseits in den männlich geprägten Themenschwerpunkten, Hierarchien und Kulturen von vielen Großorganisationen und Vereinen zu sehen. Andererseits beeinträchtigt auch die Arbeitsteilung in der Familie die zeitlichen Spielräume für Frauen, sich gesellschaftlich oder politisch in einem größeren zeitlichen Umfang zu engagieren. Zudem ist die Aussicht auf ein politisches Mandat meist auch von männlich dominierten Netzwerken abhängig.

 

© Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Zum Weiterlesen: Gender Datenreport

 

 

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