Frauengeschichtsarbeitskreise im Kreis Wesel

In einigen Kommunen in unserem Kreisgebiet ist ein Frauengeschichtskreis oder ein Frauengeschichtsforum entstanden. Was ist der Hintergrund für diese Arbeit?
Ein wichtiger Aspekt ist, dass über Jahrhunderte das Leben und Wirken von Frauen nicht erfasst wurde und so in vielen Archiven kleiner, ländlicher aber auch größerer Kommunen kaum oder sogar keine schriftlichen Nachweise über Frauenleben zu finden sind. Frauengeschichtsforen befasst sich einerseits mit den Leistungen einzelner Frauen, mit der Stellung der Frauen im Laufe der Zeit und in bestimmten Bereichen, z.B. dem Stand der Bäuerinnen und die Bedeutung der Höfeordnung für Mütter und Töchter. Natürlich kommt so der Aspekt des Verhältnisses der Geschlechter zueinander in den Blick. Eine verwitwete Bäuerin, die „nur" eine Tochter hatte, konnte so den Anspruch auf Hof und Land verlieren. Kaum vorstellbar, das diese Regelung teilweise bis in die nahe Vergangenheit reichte.

Weitere Themen sind beispielsweise die Hexenverfolgung, das Leben der Beginen, Erforschung des weiblichen Anteils in bestimmten Wissenschaften (z.B. in den Naturwissenschaften am Beispiel von der Chemikerin Ida Noddak-Tacke, (geb. Ida Eva Tacke; * 25. Februar 1896 in Wesel; † 24. September 1978 in Bad Neuenahr).

Entwickelt wurden über die Geschichtsforen Standrundgänge, Ausstellungen und die eine oder andere Broschüre.

Aktuell wird im Rahmen der Ruhr 2010 gerade diese sogenannte „graue" Geschichtsliteratur zusammengefasst.

Wenn Sie Lust haben mitzumachen, wenden Sie sich an die Arbeitskreise:

  • Frauengeschichtskreis des Frauenforums der Stadt Hamminkeln, Kontakt: Gleichstellungsstelle Tel. 02852/88145 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  
    Der Arbeitskreis organisiert zu den verschiedensten Frauengeschichtsthemen einmal im Jahr eine Frauengeschicktour - so z.B. nach Brügge zu dem dortigen historischen  Beginenhof oder nach Bremen zu einem neu entstanden Beginenhof. Verbunden werden die thematischen Inhalte zu den lokalen historischen Gegebenheiten. Aus dem Beginenprojekt gründete sich der Verein InGe - in Gemeinschaft leben und wohnen am Niederrhein. Dieser Verein befasst sich mit alternativen Lebensformen und bietet Interessierten einen Treff- und Austauschort. 

  • Aus Anlass der 50-Jahr-Feier der Stadt Kamp-Lintfort hat die Gleichstellungsbeauftragte 2000 den Frauengeschichtskreis in Kamp-Lintfort ins Leben gerufen. Der bei der VHS angesiedelte Kurs hat bisher 3 Bände "Frauen bewegen etwas in Kamp-Lintfort" herausgegeben. Bd.1 "Erste Ergebnisse des Frauengeschichtskreises"; Bd.2 "Soziales Engagement von Frauen und Frauenalltag"; Bd.3  "Frauen und Beruf und Frau und Geburt"; Bd. 4 Arbeitstitel "Frauenwelten - Erfahrungen von Frauen mit Migration". Kontakt: Gleichstellungstelle Tel. 02842/912-400 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  

  • Frauengeschichtswerkstatt der Stadt Neukirchen-Vluyn, Kontakt: Gleichstellungsstelle Tel. 02845/391238

  • Rheinberger Frauengeschichtsprojekt, Kontakt: Frau Sweetsir, Rheinberger Stadtarchiv, Tel.: 02843-16349 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!   

  • Frauengeschichtswerkstatt der Stadt Voerde, Kontakt: Gleichstellungsstelle Tel. 02855/80-336 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
    Broschüre: Frauen in der Voerde Geschichte

  • Ruhr2010 war der Startschuss für den Frauengeschichtskreis in Wesel. Bei einer Tour mit einem historischen Omnibus machten die Teilnehmerinnen an verschiedenen Stationen halt. Dort erfuhren sie nicht nur von den Werken und dem Wirken historischer Frauen, sondern auch etwas aus dem Berufsleben heutigen Frauen mit gleicher Profession.
    2011 wurde das gesammelte historische Wissen von einigen Frauen bearbeitet und erweitert, so dass die bereits bestehenden Bildnisse bekannter Weseler Frauen in der Sandstraße in Wesel ergänzende Informationstafeln erhielten. Die Sandstraße wurde Teil der „FrauenWege", einer Stadtführung (nicht) nur für Frauen.  Ein Begleitheft wurde gestaltet, mit dem Menschen auch ohne Führerin die verschiedenen Stationen aufsuchen können. Weitere Informationen hier
    2012 entstand aus dem Landesprojekt „Ab in die Mitte" eine Fortsetzung der FrauenWege: In Wesel lebende Frauen erzählten aus ihrem Leben, das nicht immer einen vorhersehbaren Weg genommen hatte. „Unterwegs in neuen Schuhen" hieß die Ausstellung im Schaufenster eines großen Kaufhauses und heißt der Film der Xantener Kamerafrau Gabriele Kremer.
    2013 berichtete der WDR zum Internationalen Frauentag über den Film „FrauenWege .... unterwegs in neuen Schuhen" und von den Initiatorinnen. Der Film stand auch im Mittelpunkt der Frauenempfangs der Stadt Wesel am 9. März 2013.
    Kontakt: Gleichstellungsstelle der Stadt Wesel, Tel. 0281 203 – 2564 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Links:


1986 wurde der Kölner Frauengeschichtsverein gegründet mit dem Ziel, die Geschichte der Kölner Frauen zu erforschen und in ihrer Lebendigkeit und oft auch Aktualität einer breiten Öffentichkeit zu vermitteln. Dies geschieht bei regelmäßigen Führungen zu unterschiedlichen Themen.
Frauengeschichtsverein Köln

Das Archiv der deutschen Frauenbewegung umfasst z.Z. (Mai 2009) über 26.000 Buch- und 1000 Zeitschriftentitel. Im Archiv sind 420 lfm Nachlässe zusammengetragen worden und ein großes Bildarchiv mit ca. 3000 Abbildungen steht zur Verfügung.
Archiv der deutschen Frauenbewegung

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