Gewalt gegen Frauen und Mädchen

Es gibt sehr unterschiedliche Formen von Gewalt, die dazu führen können, dass Frauen ihren Lebensmut verlieren und Krankheitssymptome entwickeln:

  • Körperliche Gewalt: Schläge usw.
  • Psychische Gewalt: fortgesetzte verbale Demütigungen, Beleidigungen usw.
  • Sexualisierte Gewalt: Sexuelle Belästigung und Vergewaltigung (auch Vergewaltigung in der Ehe)
  • Soziale und ökonomische Gewalt: Entwicklung von sozialer und ökonomischer Abhängigkeit in einer Beziehung, die Frauen zu immer weitergehenden Zugeständnissen zwingt.

  

Gewalt ist keine Privatsache.
Sie haben das Recht auf ein gewaltfreies Leben! 

 Frauenhäuser

Häusliche Gewalt           

ist die häufigste Ursache für Verletzungen bei Frauen, häufiger als Verkehrsunfälle, Überfälle und Vergewaltigungen zusammen genommen. Ihr eigenes Zuhause ist der gefährlichste Ort für eine Frau. Laut Weltgesundheitsorganisation wird jede fünfte Frau in einer intimen Beziehung misshandelt, und zwar unabhängig von ihrem Bildungsstand, ihrem Einkommen, ihrem Alter, ihrer Religion oder Nationalität.

Häusliche Gewalt wird definiert durch körperliche und sexuelle Misshandlungen, Beschimpfungen, Demütigungen und Bedrohungen, Isolierung und ökonomische Gewalt, ausgeübt von Menschen, mit denen das Opfer zusammen lebt bzw. gelebt hat.

Im Rahmen des Gewaltschutzgesetzes  haben Opfer einer Gewalttat einen Anspruch auf Hilfe. Nach § 34 a Polizeigesetz kann die Polizei im Falle von häuslicher Gewaltandrohung oder Ausübung den Täter sofort aus der Wohnung verweisen und ihm ein Rückkehrverbot bis zu 10 Tagen erteilen.

Männergewalt gegen Frauen und Mädchen kostet die Solidargemeinschaft jährlich ca. 15 Milliarden Euro, Kosten für Justiz, Polizei, ärztliche Behandlung und Arbeitsausfälle. In 95 Prozent der Fälle Häuslicher Gewalt sind Frauen die Opfer und Männer die Täter. Jährlich fliehen rund 40000 Frauen mit ihren Kindern in Frauenhäuser.

Bei akuter Bedrohung ist es am besten, im Frauenhaus Zuflucht zu suchen. Dort werden Frauen auch umfassend beraten. Frauenhäuser sind eine geschützte, vorübergehende Wohnmöglichkeit für Frauen jeder Nationalität mit und ohne Kinder. Sie können Tag und Nacht im Frauenhaus anrufen. Zum Schutz der Bewohnerinnen wird die Anschrift Ihres Frauenhauses hier nicht bekannt gegeben. Sie können ein Frauenhaus telefonisch erreichen und ein Treffen mit einer Mitarbeiterin vom Frauenhaus verabreden. Männer haben keinen Zutritt. 

  • Frauenhaus Dinslaken, Frauen helfen Frauen e.V., Tel. 02064 / 1 36 46
  • Frauenhaus Moers, Sozialdienst kath. Frauen e.V., Tel 02841 / 50 45 31
  • Krisenwohnung Wesel, Sozialdienst kath. Frauen e.V., Tel. 0281 / 9 52 38 30

Im Kreis Wesel gibt es den Runden Tisch gegen Häusliche Gewalt an Frauen und Kindern, der mit Fachleuten (u.a. Polizei, Ärzteschaft, Schulen...) aus den unterschiedlichsten Einrichtungen des Kreises Wesel zusammenarbeitet, um sich für Maßnahmen gegen Gewalt und zur Beendigung häuslicher Gewalt einzusetzen.

Runder Tisch gegen häusliche Gewalt an Frauen und Kindern im Kreis Wesel
c/o Kreisverwaltung Wesel
Petra Hommers
Reeser Landstr. 31
46483 Wesel
Tel.Nr.: 0281 / 207 21 21
e-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

  

Daten und Fakten


Immer mehr Fälle von häuslicher Gewalt (NRZ, 21.07.2009)

Männer misshandeln ihre Frauen, Eltern verprügeln ihre Kinder, ganze Familien geraten in handfeste Ausseinandersetzungen: Immer häufiger wird die Polizei in NRW gerufen, weil Beziehungsstreit eskaliert. Die Zahl der Einsätze wegen häuslicher Gewalt stieg im vergangen Jahr im Vergleihc zu 2007 um über zehn Prozent, berichtet das NRW-Innenministerium.
22 586 solcher Einsätze wurden 2008 registriert (2007: 20 410). NRW-Innenminister Ingo Wolf (FDP) wertet die steigende Zahl der Notrufe positiv: "Die Opfer wissen, dass sie sich auf Polizei und Justiz verlassen können. Deshalb wenden sie sich vertrauensvoll an diese Helfer. Das ist ein beachtlicher Erfolg", so Wolf.
Die Straftaten im privaten Umfeld reichen von Sachbeschädigung über Bedrohung  und Nötigung bis hin zu Körperverletzung und sexuellem Missbrauch, wobei die Körüerverletzung mit knapp 80 Prozent der häufigste Straftatbestand ist. In fast der Hälfte aller Fälle (10 800) wurden die Täter vorüberwiegend der (eigenen) Wohnung verwiesen. Familienminister Armin Laschet (CDU) ermuntert Opfer wie Zeugen von häuslicher Gewalt, die Polizei einzuschalten: "Wichitg ist, dass häusliche Gewalt nicht als Privatsache abgetan und ignoriert wird."

  

 

Beratung und Hilfe

Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" kostenloses Angebot vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben

365 Tage im Jahr, rund um die Uhr kostenfrei erreichbar: Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ bietet Betroffenen erstmals die Möglichkeit, sich zu jeder Zeit anonym, kompetent, sicher und barrierefrei beraten zu lassen. Die Mitarbeiterinnen stehen hilfesuchenden Frauen vertraulich zur Seite und leiten sie bei Bedarf an die passenden Unterstützungsangebote vor Ort weiter. Damit deckt das neue Angebot einen gesellschaftlichen Bedarf und übernimmt eine wichtige Lotsenfunktion für Betroffene, Familienangehörige, Freundinnen und Freunde sowie Fachkräfte.

Hilfetelefon hier klicken!

Telefonseelsorge

Tag und Nacht erreichbar für Gespräche und Hinweise auf unterstützende Stellen

Telefon kostenlos unter 0800 / 111 01 11 oder 111 02 22

Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe

sind auf verschiedene Formen von Gewalt (Misshandlung, Vergewaltigung, sexueller Missbrauch usw.) spezialisiert. Sie unterstützen, beraten und informieren. Die Gespräche sind kostenlos und vertraulich.

  • Frauengruppe Wesel e.V., Sandstr. 36, 46483 Wesel, Tel. 0281 / 2 79 90
  • Frauen helfen Frauen e.V., Uerdinger Str. 23, 47441 Moers, Tel. 02841 / 2 86 00
  • Frauenzentrum Voerde e.V., Tel. 0152 / 52 74 73 72

Die Polizei ist der richtige Ansprechpartner bei einem Notfall (Notruf 110).

Bei Fragen der Sicherung der Wohnung hilft Ihnen auch die nächstgelegene Dienststelle weiter.

Hilfe für Opfer von Straftaten

Beratung für Opfer von Gewalttaten und Weitervermittlung an Hilfsorganisationen:

  • Kreispolizeibehörde Wesel. Kommissariat Vorbeugung
  • Opferschutzbeauftragte: Tel. 0281 / 107 - 4410 bzw. - 4421 oder -4428
  • Weißer Ring e.V., Außenstelle Wesel/Kleve, Tel. 02821 / 9 73 66 67
  • Opfer-Info-Telefon 116 006

Leistungen im Rahmen des Opferentschädigungsgesetzes bei körperlicher / seelischer Schädigung durch Gewalttaten

  • LVR - Opferentschädigung 0800-654-654-6 Medizinische/psychologische Notfallversorgung
  • Nottelefon für Kinder/Jugendliche, Tel. 0800/ 111 03 33 (kostenlos)
  • Opfer-Info-Telefon, Tel. 0800 / 645 65 46 (kostenlos)

 
Gleichstellungsbeauftragte

Wir helfen Ihnen gerne bei der Suche nach einer passenden Beratung oder Einrichtung.


 

Broschüren

  • Ohne Gewalt leben - Sie haben ein Recht darauf
  • Beratung und Hilfe
  • Die sichere Hand
  • Mehr Schutz bei häuslicher Gewalt - Informationen zum neuen Gewaltschutzgesetz
    Broschüre
  • Mehr Mut zum Reden - Von misshandelten Frauen und ihren Kindern
    Broschüre deutsch
    Broschüre türkisch

 

  

Gewalt gegen ältere Frauen / Frauen mit Behinderungen

  • Links zum Thema:

Gewalt gegen ältere Frauen
Gewalt gegen behinderte Frauen

  

Sexuelle Gewalt

  • Links zum Thema:

Wildwasser e.V.
Zartbitter e.V.
Familienhandbuch Kinderschutzbund
Polizei-Beratung
Schützt Kinder vor sexueller Gewalt

  

Genitalverstümmlung 

 

  

Frauenhandel und Zwangsprostitution

Zuständige der EU schätzen, dass pro Jahr rund 120.000 Frauen in die Rotlichtmilieus der Mitgliederländer geschleust werden. Weltweit wird die Zahl der Opfer auf zwei Millionen hoch gerechnet.
Nach Drogen- und Waffenschmuggel ist der Frauenhandel das drittlukrativste Verbrechen.

  

Gewalt im Namen der Ehre / Zwangsheirat

  Links zum Thema

http://www.zwangsheirat-nrw.de/
http://www.zwangsheirat.de/
http://www.papatya.org/
 

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

Eine besondere Form der Gewalt gegen Frauen ist die sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, die bis vor einigen Jahren weitgehend tabuisiert war. Die sexuellen Übergriffe reichen vom unerwünschten körperlichen Berühren, verbalen Anzüglichkeiten, Hinterherpfeifen, dem Anbringen pornografischer Bilder bis hin zur sexuellen Erpressung.

Es wird von Arbeitskollegen als Mittel eingesetzt, um Macht zu demonstrieren und die berufliche Vorrangstellung gegenüber Frauen zu behaupten. Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist kein "Kavaliersdelikt", sondern eindeutig diskriminierendes und gewalttätiges Verhalten. Sexuelle Übergriffe, Angriffe auf die persönliche Sphäre von Frauen finden immer dort statt, wo Frauen und Männer zusammen arbeiten und Hierarchien entstehen, wie auch in der Stadtverwaltung und allen anderen Arbeitsstätten, Betrieben und Behörden.

Einige Kommunen haben eigene Broschüren zum Schutz gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz herausgegeben. Hilfs- und Interventionsmaßnahmen für Betroffene und deren Vorgesetzte im öffentlichen Dienst und in der privaten Wirtschaft.

  

Mobbing

  • Links zum Thema

Ministerium für Arbeit und Gesundheit und Soziales NRW
DGB zum Thema Mobbing
Mobbing-Web
Mobbing-Help
Bundesministerium für Arbeit und Soziales

  

Stalking

  • Links zum Thema  

Polizei-Beratung
Justizministerium NRW
No-Stalking

  


Ärztinnen und Ärzte

können Ihnen bei der Bewältigung der gesundheitlichen Folgen der Gewalt helfen. Sie haben eine Verpflichtung, alles, was Sie erfahren, für sich zu behalten. Sie können (und sollten) Ihrer Ärztin / Ihrem Arzt gegenüber offen sein, damit die Behandlung auf Ihre spezielle Situation abgestimmt werden kann.


Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte

sind für Ihre rechtliche Beratung zuständig. Fachanwältinnen und Fachanwälte für Familienrecht sind auf Rechtsfragen von Trennung und Scheidung spezialisiert. Einige haben auch den Schwerpunkt Ausländerrecht.


 Links

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