Suchterkrankungen

Bei der Anfälligkeit für Süchte gibt es deutliche Unterschiede zwischen Frauen und Männern: Typische Männersüchte sind Alkoholabhängigkeit, Arbeits- und Spielsucht, typische Frauensüchte sind Medikamentenabhängigkeit und die verschiedenen Ausprägungsformen der Esssucht. Die Gründe für diese Unterschiede liegen in den Geschlechtsrollenmustern: Frauen sind dazu erzogen worden, nicht aufzufallen. Also wählen sie bevorzugt Suchtmittel,

  • die sie unauffällig konsumieren können,
  • deren Wirkung unauffälliger ist, so dass sie nicht „aus der Rolle fallen“.

Auffällig ist auch das hohe Maß an Gewalterfahrungen in den Lebenswegen süchtiger Frauen. Häufig handelt es sich dabei um sexualisierte Gewalt, die Frauen unmittelbar in ihrer Weiblichkeit angreift. Aber auch andere Formen von Gewalt sind im Leben süchtiger Frauen besonders häufig anzutreffen.

Frauen, die süchtig sind, suchen nach etwas: Nach Entspannung oder Anregung, nach Schutz oder Trost, nach Sicherheit, Glück oder Erfüllung. Da Frauen vielfach nicht gelernt haben, ihre Bedürfnisse zu achten und selbstständig für deren Befriedigung zu sorgen, kompensieren sie den erlebten Mangel durch Süchte, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen.

Um eine Sucht dauerhaft zu beenden und nicht durch andere Kompensationsleistungen zu ersetzen, müssen die dahinter liegenden Bedürfnisse ergründet und Wege gefunden werden, wie das eigene Leben zufrieden stellender gestaltet werden kann.

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