Schwangerschaftsabbruch

Seit 1995 gilt in der Bundesrepublik die einzigartige Regelung, dass ein Schwangerschaftsabbruch zwar rechtswidrig ist, vor der 12. Schwangerschaftswoche jedoch straffrei bleibt, wenn die Betroffene den gesetzlich vorgesehenen Weg dafür einhält:

  • Sie muss die Schwangerschaft durch einen Arzt / eine Ärztin feststellen lassen,
  • Sie muss sich einer Beratung unterziehen,
  • Sie muss den Abbruch durch einen Arzt / eine Ärztin durchführen lassen.
    Dies ist frühestens drei Tage nach der Beratung erlaubt.

Betroffene Frauen müssen diesen Eingriff selbst bezahlen.

In bestimmten Fällen gilt ein Abbruch nicht als rechtswidrig. Die Kosten werden dann von der Krankenkasse übernommen. Dies ist der Fall,

  • wenn die Schwangere körperlich oder seelisch schwer krank ist, wenn Gefahr für ihren Leib und ihr Leben besteht und die Schwangerschaft daher unzumutbar ist. Eine solche Schwangerschaft kann jederzeit abgebrochen werden.
  • wenn beim Ungeborenen eine Erbkrankheit oder eine andere schwere Schädigung vorliegt und die Schwangere glaubhaft machen kann, dass das Leben mit einem solchen Kind für sie so unerträglich wäre, dass sie körperlich oder seelisch Schaden nehmen würde,
  • wenn die Schwangerschaft infolge einer Vergewaltigung zustande kommt. Diese Indikation muss von einer Amtsärztin, einem Amtsarzt gestellt werden. Der Abbruch muss nach vorheriger Beratung bis zur 12. Schwangerschaftswoche erfolgen.

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